Dauerkleingarten-Verein Trockendorf e.V.

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Verfasst am 01.08.2019 um 13:00 Uhr

Gift im Garten? Nicht mit uns!

von Sven Wachtmann   

So geht das auch!

„Unkraut“ im Garten und in der Kleingartenanlage - immer wieder ein leidiges Thema und ein Punkt des Anstoßes unter den Gartenfreunden. Natürlich soll kein Garten verwildert aussehen. Aber nicht um jeden Preis soll Abhilfe geschaffen werden!


Seit der Diskussion um den berühmt-berüchtigten Unkrautvernichter Glyphosat in der Landwirtschaft und im Gartenbau haben auch im Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V. dazu differenzierte Erörterungen stattgefunden. Schließlich erarbeitete die Arbeitsgemeinschaft Gartenfachberatung einen Antrag für die erweiterte Vorstandssitzung des Landesverbandes. Die Forderung: ein generelles Verbot von Glyphosat in allen Berliner Kleingartenanlagen. Der Antrag kam am 21. März 2018 im erweiterten Vorstand zur Sprache. Es ging um nichts Geringeres als die Frage, wie zukünftig mit Glyphosat in Kleingärten umgegangen werden sollte.


Generelles Verbot von Unkrautvernichtungsmitteln

Der erweiterte Vorstand ging in seiner Behandlung des Themas noch einen Schritt weiter und ergänzte den eingebrachten Antrag der Fachberatung sogar noch: alle Unkrautvernichtungsmittel in Kleingärten sollten untersagt werden - nicht nur Glyphosat allein. Dieser Beschluss wurde einstimmig auf der Sitzung beschlossen.

Das ist ein bedeutendes Signal - auch auf dem Weg zu einem generellen Glyphosatverbot in allen Kleingartenanlagen in Deutschland. Der Landesverband kann jetzt gemäß seinem Leitbild und der Kooperationsvereinbarung mit der Stiftung Naturschutz Berlin die hohe Bedeutung des ökologischen Gärtnerns klar herausstellen. Wir sind damit auch einen Schritt weiter zu einem generellen Verbot in Deutschland oder sogar der EU.

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Zugreifen und rausdrehen.

Aktion „Giftfreies Gärtnern“

Ein weiterer Kooperationspartner des Landesverbandes, die Grüne Liga, hat sich des Themas Chemiefreier Garten angenommen und dafür auf verschiedenen Veranstaltungen und Wettbewerben mit beteiligten Gartenfreunden  geworben. Diese verschiedenen Aktionen sind notwendig, um ein Umdenken in der Bevölkerung zu erreichen. Gemeinsam sind wir auf den richtigen Weg, die Chemie aus unseren Gärten zu verbannen und Alternativen wie zum Beispiel Pflanzenstärkungsmittel gezielter im Kleingarten einzusetzen. So schützen wir nicht nur uns, sondern auch die Flora und Fauna. Artenreichtum in unseren Kleingärten sollten wir weiter ausbauen, so dass der Artenschwund gestoppt werden kann.


Umsetzung in unseren Mitgliedsverbänden

Für die Umsetzung sind jetzt die Bezirks- und Siedlerverbände aufgerufen, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um ein generelles Verbot von Unkrautvernichtungsmitteln (Herbizide) in ihren Kleingartenanlagen durchzusetzen. Diese sollte über eine Ergänzung der Gartenordung und/oder des Unterpachtvertrages erfolgen, wenn es nicht schon geschehen ist.

Helfen auch Sie mit, unsere Gärten chemiefreier und naturnaher mit kleingärtnerischer Nutzung für die Zukunft vorzubereiten! Es kommt uns allen zu Gute.


Sven Wachtmann

Vorstandsmitglied Fachberatung



Fotos: M. Kwart

Dieser Artikel ist im August 2019 als Editorial des Berliner Gartenfreunds erschienen.